Ich bevorzuge natürliches Aussehen. Der Grund, warum Frauen und Männer ihre Körper ständig verändern müssen entzieht sich mir fast immer.

Nachvollziehen kann ich es, wenn durch ein einschneidendes Erlebnis ein neuer Lebensabschnitt beginnt und Menschen sich deshalb auch äußerlich verändern wollen. Auch ich vollziehe solche Veränderungen, z. B. durch ein Tattoo nach dem Tod von meiner HerzKatze oder einer neuen Frisur nach einer Trennung (obwohl Beides nicht vergleichbar ist).

Aber alle paar Wochen seine Haare färben um ein neuer „Typ“ zu sein? Ständige Veränderungen am Körper damit man nicht als langweilig gilt? Immer einem Trend Hinterrennen um mit Anderen mithalten zu können? Nein.

Ich akzeptiere meine Haarfarbe. Es ist eine Mischung aus den unterschiedlichsten Brauntönen. Und trotzdem fasziniert mich die Idee meine Haar mit Zwiebelschalen zu färben (tönen trifft es wohl besser). Dabei liegt der Reizt darin, aus Gemüseabfälle noch einen weiteren Nutzen ziehen zu können, bevor sie auf dem Kompost landen.

Hier also mein erster Versuch:

  1. Sammle je nach Möglichkeit zwischen 50 und 100 g. Zwiebeln.zwiebel-v
  2. (Die schöne, plastikfreie, ohne strom-funktionierende Waage findest du übrigens hier)
  3. Koche die Zwiebelschalen zusammen mit 250 ml Wasser in einem Topf auf. Die Dauer variiert je nach gewünschter Farbintensität, in meinem Fall waren es 40 Minuten. Ich habe zusätzlich noch einen Teebeutel Schwarzer Tee mit hineingegeben. Schwarzer Tee färbt etwas dunkler als die eigene Haarfarbe.zwiebel-iii
  4. Normalerweise siebt man die Schalen jetzt ab und gibt in den Sud zwei Eier. Dadurch erhält man eine Spülung. Wer mag kann zur Pflege noch einen Schluck Olivenöl mit dazugeben.
    Als Veganerin steht man jetzt da… mh… ich hab die Zwiebelschalen und den Sud einfach mal gemixt ohne mit darüber Gedanken zu machen. Später werde ich darüber  und über das Olivenöl noch ziemlich laut fluchen.

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Hier ein Foto von dem Brei und JA, das Ganze sieht jetzt eklig aus. Das Foto hab ich extra auf unserem braunen Tisch gemacht, damit ihr sehen könnt, dass der Farbton schon mal stimmt und ihr keine grünen Haare davon bekommt 🙂

  • Nun Haare gründlich waschen, trocken drücken und durchkämmen.
  • Brei auf den Kopf aufbringen. Ich hab’s über dem Waschbecken probiert und zwei Sachen festgestellt:
    a) Brei lässt sich schlecht auftragen. Also hab ich noch etwas Wasser dazu gemischt und es als eine Art Spülung über meinen Kopf gekippt.
    b) Was für eine Sauerei! Der Brei war überall, nur nicht auf dem Kopf. Nach dem Verdünnen betraf es glücklicherweise nur noch das Waschbecken. Damit kann ich leben. Aufwischen dürfte ich danach trotzdem :/
  • Einwirken lassen. Je nachdem zwischen 30 Minuten und 2 Stunden. Ich hab’s mal mit einer Stunde ausprobiert. Länger hatte ich keine Geduld und ehrlich gesagt spielte etwas Bammel über das Ergebnis auch mit rein.
    In der Einwirkzeit die Haare einfach mit einer Klammer hochstecken, einen Müllbeutel oder Alufolie um den Kopf wickeln und ein Handtuch zum Wärmen drum herum schlingen.Jetzt heißt es warten…
  • Gut ausspülen! Und dass ist leichter gesagt als getan. Exakt hier habe ich zum zweiten Mal lautstark über meine Gedankenlosigkeit geflucht. Die kleinpürierten Zwiebelschalen wollten dann einfach nicht raus. Irgendwann gab ich verzweifelt auf, kämmte und fönte meine Haare und zack! überall flogen diese Reste im Badezimmer rum. Na Super!  Außerdem stellte ich fest, dass meine Haare nicht mal einen Spritzer Olivenöl vertragen ohne direkt zu fetten.
    Also noch mal ab unter die Dusche, waschen waschen waschen und dann noch mal kämmen und Fönen…. und natürlich das Badezimmer anschließend sauber machen.

 

Fazit:

Diese Variante solltest du ausprobieren, wenn du dein Badezimmer mal wieder gründlich putzen willst und die fettigen Haare kein Problem sind, da du das Haus eh nie verlassen möchtest.

Von der Farbe her finde ich meine Haare etwas dunkler. Das „Nacher“ Foto muss ich leider noch ergänzen.

Trotzdem werde ich nicht aufgeben und es bei der nächsten Haarwäsche nur mit Zwiebelsud probieren. Wünscht mir also Glück und viele leckere Zwiebelrezepte.

Ach ja, hier noch eine kleine Auflistung mit was man sich angeblich noch alles die Haare tönen kann. Wer davon etwas ausprobiert hat kann mir gerne seine Erfahrungen dazu schreiben.

Aufhellen bei Blond:            1 Tasse Kamilleblüten, 1 Tasse gemahlene Rhabarberwurzel, Saft einer 1/2 Zitrone

Braun:                                      1 Tasse frische oder pulverisierte Wallnussschalen, 2 TL Schwarzer Tee

Rotbraun:                              50-100 g Zwiebelschalen, 1 Tasse gemahlenen Sandelholz, 1 Packung Henna

Dunkelrot:                            1 TL Zimt, 1 TL Nelken, 1 EL Kaffeesatz, 1 Tasse Rotwein / Rote-Beete-Saft

 

 

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